Familienname

Wie weit eine Verbindung zwischen den Degenbergern und den Penzkoferern besteht, muß dahingestellt bleiben. daß 1381 ein Hanß Pentzchouer mit einem Siegel urkundet, das einen ähnlichen Stulphut zeigt, wie er sich auch im Wappen der Degenberger findet, mag auf Kriegsdienste beider Ministerialengeschlechter bei den Kreuzzügen der Grafen von Bogen zurückgehen.

1404 finden wir jedenfalls einen Hanns Pentzchofer als ersten degenbergischen Pfleger zu Altnußberg, und 1445 sitzt Andre Penczkover bei einem Güterstreit in Viechtach "an den Landrechten". 1543 ist ein Hans Pentzkofer als Inhaber der Hofmark zu Atzenzell (Landgericht Cham) bezeugt. Spätestens zu dieser Zeit scheinen also die Penzkofer von dem Wittelsbachern bzw. den Degenbergen
( wenn es nicht schon die Bogener getan hatten) mit Rodungs- und Verwaltungs-aufgaben im Nordwald betraut worden zu sein.  (Diese Annahme würde die Häufung von Penzkofer-Familien im Raum Cham-Kötzting erklären.)

Der Stammsitz Penzkofen dagegen dürfte schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts nicht mehr in der Hand der Penzkofer gewesen sein. Wie Penzkofen die Heimat des bayerischen Familiennamens Penzkofer wurde, mag die folgende Entwicklungsreihe aufzeigen: Im Windberger Ankunftsbuch (1142/91) begegneten wir einem Cono de penzchouen, der eine Magd und ihre Söhne am das Kloster gab.1282 wird in einer in Straubing ausgestellten Urkunde Heinrichs, des Pfalzgrafen bei Rhein, ein sonst nicht näher benannter Pentzchoferius angeführt. 1347 bestellte der niederbayerische Vizedom Diettrich der Haybekh Friderich den Penzekofer als Salmann eines an die Kirche Elisabethszell geschenkten Hofes. Am 26. September 1358 gibt zu St. Georgenberg (heute Festung Oberhaus) bei Passau ein Nicla Pentzehofer an, daß er über die Gefangennahme und Tötung der Ramsberger (ehemals Ministerialen der Grafen von Bogen und des Hochstifts Passau) nichts mehr auszusagen habe. Und 1370 verzeichnet das Einwohnerregister der Regensburger Westerburgwacht "auf dem purgtor" u.a. Ulrich Pentzchofer et uxor.

Innerhalb von zwei Jahrhunderten war aus dem Siedlungsnamen Penzkofen – es gibt ihn nur einmal in ganz Bayern! – der Familienname Penzkofer entstanden.

 Josef Fendl, Heimatbuch Schwarzach am Wald