Penzkofer Gedicht    
       
 

Ein Hof - zehnmal älter als der Wald um
ihn herum.
Aufgerichtet vor mehr als tausend Jahren
von einem, der unbeugsamen Mut hatte zur Arbeit,
- der den Wolf nicht fürchtete,
der ihm die Lämmer stahl,
und nicht den Bären, der ihm die Herde riß.

Das Weib gebar ihm ein hartes Geschlecht.
Die Söhne brannten den Wald,
die Töchter bargen das Korn
und spannen den Flachs,
- freie Bauern auf freiem Hof.

Erst später warf der Herzog Steuern dar-
auf,
- mehr als der Penzkofer zu zahlen vermochte.
Da blieb nur ein Ausweg:
die Flucht zu einem der Klöster,
bei den Kuttenträgern in die Muntschaft zu gehen.

Der Krummstab achtete den Hof,
aber die Magyaren nicht den Krummstab!
Doch der böse tapfere Arnulf schlug
die ungrischen Horden zurück.
Und die Klöster hatten´s zu zahlen
mit Haus und Hof, mit Hab und Gut.

Die Grafen von Bogen kamen als Vögte
und spielten als Herren sich auf.
Die Penzkofer zählten zu ihrem Gefolge,
schwuren den Eid, rodeten, siedelten
und nahmen gar vom Kaiser das Pfand.

Sie brachen zur großen Pilgerfahrt auf
und zogen zum Heiligen Grab,
das Kreuz an die Schulter geheftet.
Kam einer zurück?
Oder war es das Kind in der Wiege,
das den Hof den Nachkommen bewahrte?


Der Bog´ner verstarb.
Wittelsbach nannte sich der neue Herr.
Er schickte die Penzleute weit in den ´Nortwalt´.
Dort schlugen sie sich
mit Wäldern, Wölfen und Wenden
- und gaben nicht auf.


Den Namen des Hofes nahmen sie mit.
Er galt mehr als das Siegel mit Schild und Helm.
Sie haben mit ihm die Zeit überdauert:
Penzkofer sind sie noch heut
Und werden´s lange noch sein.


Josef Fendl, aus dem Heimatbuch Schwarzach